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Firgau

Entwurf für die Ausgabe 32 oder 33 (2007) der Zeitschrift "Astroforum Sternzeit" aus Bremen von Beatrix Braukmüller, Chefredakteurin und Herausgeberin und Leiterin des DAV – Ausbildungszentrums Bremen:

 

Rezension

Bernhard Firgau: Praxisbuch Mundanastrologie.

Deutsche Erstausgabe, Chiron Verlag, Tübingen 2007.

Es gilt, eine besondere Neuheit auf dem astrologischen Buchmarkt zu besprechen. Mit Bernhard Firgaus Praxisbuch Mundanastrologie ist dem Chiron Verlag erneut ein Volltreffer gelungen, der zu Recht auch in der Reihe "Standardwerke der Astrologie" erscheint.

Es mag der glücklichen Kombination - Jurist und Astrologe - des Autors zu verdanken sein, dass auf den modernsten Erkenntnissen beruhend gewissermaßen ein Handbuch der Mundanstrologie in Deutsch verlegt werden konnte.

Auf 502 Seiten kann der interessierte Leser eine leicht verständliche und trotzdem auf fachlich höchstem Niveau geschriebene Einführung in dieses Teilgebiet der modernen europäischen Astrologie lesen. Das Buch schafft damit den schon solange nötigen Ausgleich in der astrologischen Literatur, die gerade in Deutschland überwiegend psychologisch geprägt ist. Deshalb ist für viele Astrologen die Deutung eines Mundanradix nicht selten ein Buch mit sieben Siegeln, die von Bernhard Firgau Schritt für Schritt gewissermaßen aufgebrochen werden, und damit ein leichter Zugang zu diesem so zentralen Deutungsgebiet wieder findbar wird. Es sei daran erinnert, dass Mundanstrologie gerade in der mittelalterlichen Astrologie und der Astrologie der Renaissance im Zentrum der Aktivitäten unserer Zunft standen. Dass die Mundanastrologie wie die ganze Astrologie durch die Phase der totalen Verdrängung bis zu ihrer Wiedergeburt im 20. Jahrhundert hindurch mußte mit dem dann neuen Schwerpunkt der psychologisch orientierten Astrologie, ließ die Mundanastrologie fast in Vergessenheit geraten. Firgau schlägt hier auf sehr überzeugende Art eine Brücke in die moderne Zeit, um nicht surreale Begriffe wie Postmoderne zu gebrauchen. Auf sehr solide Art führt uns Firgau in die Differenzierung zwischen Identifizierung mit einer Person, einer Idee und der Bedeutung des Gruppenzusammenhangs ein. Möglicherweise ist seine Fähigkeit, organisationsrechtliche und strukturelle Zusammenhänge astrologisch aufzuarbeiten seinem Hauptberuf Notar zu verdanken. Wie bei Nikolaus Klein mag die Kombination Rechtswissenschaften und Astrologie für die Astrologie besonders fruchtbar sein. Gründungshoroskope von Städten und anderen Gemeinschaften unterliegen besonderen Rahmenbedingungen für die mundanastrologische Deutung, die Firgau sehr schön differenziert herausarbeitet. Es mag sogar dem einen oder andreren geschichtlich interessierten Leser wertvoll sein zu diesem Buch zu greifen, wenn Firgau beispielsweise zur Exemplifizierung auf die Ausrufung der Weimarer Republik eingeht und die Problematik von Revolutionshoroskopen und deren möglicherweise vorübergehende Natur aufzeigt. Als weitere Beispiele mögen die Amtseinführung Bismarcks oder die Ausrufung Wilhelms I. zum deutschen Kaiser dienen. Auch Parteiengründungen oder Firmenbegründungen (CDU und FDP wie Commerzbank und Bayer AG) sind Beispiele für die gelungene  Praxisorientierung des gesamten Werkes. Aber natürlich geht Firgau in einem deutschen mundanastrologischen Handbuch auch auf Fußballspiele im Einzelnen ein. Im Kontrast hierzu mögen dann mundanstrologische Horoskope von Bauwerken wie der Berliner Mauer, der Frauenkirche in Dresden oder dem Reichstagsgebäude in Berlin stehen. Im technischen Bereich sind die Horoskope des ersten Automobils, der Eisenbahn und der Luftfahrzeuge schöne Beispiele für künftige Berufsfelder, die der deutschen Astrologenszene harren, sieht man von Firgau selbst ab. Nach diesem sehr schönen einführenden Teil bis S. 75 metamorphisiert dann das Buch endgültig zum Praktikerhandbuch und Nachschlagewerk mit den Erörterungen der in einer mundanastrologischen Radixdeutung zu berücksichtigenden Deutungsfaktoren. Dieser Teil ist für den ausschließlich psychologisch ausgerichteten Astrologen etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Bereitschaft Neues kennenzulernen umso bereichernder. Kapitel wie mundanastrologische Synastrie und mundanstrologische Transite runden die sehr gelungene Arbeit ab.

MR. i.e.R. Volker H. Schendel – Hannover

www.astrologiedhs.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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